HERZLICH WILLKOMMEN

Zentrum für verfolgte Künste in Solingen

Das Zentrum für verfolgte Künste ist ein Entdeckungsmuseum und widmet sich ausschließlich Künstler:innen deren Entfaltungsmöglichkeiten und Werke durch die Diktaturen des letzten Jahrhunderts und totalitäre Regime bis in die Gegenwart hinein blockiert, verhindert oder vernichtet wurden. Es ist ein gattungsübergreifendes Museum und erzählt in seiner Kunst- und Literatursammlung von verschollenen, verlorenen, kaum berücksichtigten Kunstwerken, Geschichten und Schicksalen.

AUSSTELLUNGEN

Aufschrei der Kunst: „... und laut zu sagen: Nein.“

Alle drei Ausstellungen im Zentrum für verfolgte Künste im Frühjahr und Sommer 2021 versammeln sich unter dem Tucholsky Zitat „… und laut zu sagen: Nein.“ Kurt Tucholsky veröffentlichte seine düstere prophetische Mahnung 1921: „Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“ Alle drei Ausstellungen zeigen Strategien, sich unter den Bedingungen der mörderischen Diktatur des NS-Systems die Individualität zu bewahren, sich der Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus zu widersetzen, laut oder leise „Nein“ zu sagen.

AUSSTELLUNG: 8. Mai bis 1. August 2021​

„Boris Lurie. Das Haus von Anita“

100 Kunstwerke zur deutschen Erstveröffentlichung Boris Luries Lebens- und Überlebenswerkes im Wallstein Verlag.

Boris Lurie verlor in der Shoa bis auf den Vater seine ganze Familie und seine Jugendliebe. Auch nach der Befreiung und der Emigration in die USA blieb ein Teil von ihm weiterhin in den Lagern und Ghettos. In den folgenden Jahrzehnten arbeitete er unablässig an dem Roman Haus von Anita und schuf radikal-provokative Kunstwerke als Gegenbewegung zur gängigen Erinnerungspraxis an die Shoa und vorherrschende Kunstströmungen wie den Abstrakten Expressionismus und Pop Art. Die Boris Lurie Stiftung aus New York hat dem Zentrum für verfolgte Künste Kunstwerke aus seinem gesamten Schaffen als Leihgaben übergeben, vor allem frühe Werke, die unmittelbar nach der Befreiung entstanden.

AUSSTELLUNG: 8. Mai bis 13. September 2021

Écraser l’infâme! Zerstört die Niedertracht

Künstler und das KZ − die Sammlung der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Aus der Kunstsammlung des ehemaligen KZs Sachsenhausen werden sieben Künstler vorgestellt und durch Werke aus der Sammlung unserer Bürgerstiftung für verfolgte Künste ergänzt. In der Ausstellung wird gezeigt, welche Auswirkungen die Haft im Konzentrationslager auf das Schaffen von Künstler:innen haben konnte und wie der individuelle künstlerische Umgang mit den Erfahrungen im Lager war: Vor der Lagerhaft, im Lager und danach.

AUSSTELLUNG: 8. Mai bis 14. November 2021

„... und laut zu sagen: Nein.“

Formen, Strategien und Bedingungen des Widerstands gegen das NS-System in Solingen, Ausstellung des Max-Leven-Zentrum Solingen e.V.

Das Max-Leven-Zentrum hat sich nach dem in der Pogromnacht im November 1938 ermordeten Solinger Kulturkritiker Max Leven benannt und ist eine im Aufbau befindliche Bildungs- und Gedenkstätte. Die Ausstellung zeigt das Wirken und Scheitern des Widerstands gegen das NS-System sowie die Auswirkungen fehlenden Widerstands auf lokaler Ebene.

AUSSTELLUNG: 14. November 2021 bis 13. Februar 2022

Anna VanMatre. To Those Who Fight...

To Those Who Fight… ist 14 Held:innen gewidmet, die im Krakauer Ghetto gegen die Nazis kämpften. Anna VanMatre bezieht sich auf Katarzyna Zimmerers Buch Die Chronik einer ermordeten Welt. Die Ausstellung wurde für das Galizische Jüdische Museum in Krakau geschaffen und im Herbst und Winter 2021/2022 bei uns in der Grafikabteilung des Museums erstmals außerhalb Polens gezeigt. Nach den drei Ausstellungen im Sommer bereichert To Those Who Fight… das Programm um die politische Perspektive zum Widerstand gegen das NS-Regime

AUSSTELLUNG: 14. November 2021 bis 13. Februar 2022

Manaf Halbouni: ZONE

Manaf Halbouni schränkt uns ein: Mit seiner Installation ZONE – einer kritischen Reflexion unserer Gegenwart – lässt er die Besucher:innen erfahren, wo (ihre) Grenzen liegen. Historische Motive der Dauerausstellung verdichten sich mit den stets gegenwartskritischen Arbeiten des Künstlers zu einer Konfrontation mit dem Geschehen an den Grenzen Europas.

Die Bürgerstiftung für verfolgte Künste

Im Zentrum für verfolgte Künste berichten Bilder, Bücher, Zeitschriften, Dokumente, Fotos über kaum bekannte Geschichten von Flucht, Vertreibung, Verfolgung – aber auch davon, wie Kunst Hoffnung geben kann. In der Dauerausstellung der Kunst- und Literatursammlung des Museums, der Bürgerstiftung für verfolgte Künste – Else Lasker-Schüler-Zentrum – Kunstsammlung Gerhard Schneider und im Archiv können auf über 700 qm 3.500 Objekte entdeckt werden.

Veranstaltungen und Führungen

Als Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung der Corona Pandemie finden bis zum Ende des Sommers 2021 neben den Ausstellungen keine darüber hinaus gehenden Veranstaltungen oder Führungen im Museum Zentrum für verfolgte Künste statt. Informieren Sie sich vor einem Besuch unseres Hauses gern tagesaktuell unter info@verfolgte-kuenste.de oder telefonisch im Museum unter +49 212 258 1418.

Videos und Filme aus dem Museum

Direkt nach seiner Gründung erweiterte das Zentrum für verfolgte Künste durch den gemeinsam mit dem MOCAK Museum für Gegenwartskunst Krakau produzierten Kino-Dokumentarfilm Kichka. Life Is a Cartoon seine Ausdrucksformen. Ebenfalls seit Gründung arbeitet das Zentrum an dem Projekt Auschwitz und Ich der ARD mit. Die Begleitung von Projekten, Ausstellungen und Veranstaltungen durch Filme ist zu einem integralen Bestandteil des Museumsprogramms geworden. Hier finden Sie viele unserer Filme und Videobeiträge…

Soundbites und Podcasts aus dem Museum

Im ersten Lockdown der Corona Pandemie, im April 2020, hat das Zentrum für verfolgte Künste eine Podcast Reihe gestartet. Aus der in der Not geborenen Aktion wurde ein festes und beliebtes Programm. Die Podcasts stellen Künstlerinnen und Künstler der Sammlung der Bürgerstiftung für verfolgte Künste vor, reagieren aber auch auf aktuelle gesellschaftliche Themen, wie die Black Lives Matter Bewegung und die Denkmalstürze in den USA, Comics im Dritten Reich oder die amerikanische Fotografin Lee Miller.

Offenes Museum für alle #Barrierefreiheit

Für Museen ist es eine Verpflichtung, sich aktiv an der Gestaltung einer inklusiven Gesellschaft zu beteiligen. Wir möchten „ein offenes Museum für alle!“ sein. Noch bestehen leider viel zu viele Barrieren und seit einem Jahr arbeiten wir an einem Maßnahmenprojekt zur Barrierefreiheit, Zugänglichkeit, Inklusion und Diversität im Zentrum für verfolgte Künste, ermöglicht durch die Förderung kultureller Netzwerke und kultureller Einrichtungen aus Mitteln der LVR-Sozial- und Kulturstiftung. Um einen pluralistischen, partizipativen Ort für alle schaffen zu können, ist es unser Ziel, Barrieren und Hemmschwellen des Museums zu identifizieren, sichtbar zu machen und abzubauen.

Förderkreis Zentrum für verfolgte Künste

#Wir_erinnern_Wir_gestalten!

Anlässlich des 5. Geburtstags des Museums wurde am 6. November 2020 ein Verein zur Unterstützung und Bereicherung des Programms gegründet. In den Vorstand wurden Sebastian Greif, Barbara Antonia Löcherbach, Sylvia Löhrmann (Vorsitzende) und Uli Preuß gewählt.
Ohne das Engagement Solinger Bürger:innen wäre diese Gründung nicht möglich gewesen. Ziel des Vereins ist es, interessierte Menschen aus Solingen und Umgebung zusammenzubringen und das kulturelle Leben der Stadt mitzugestalten. Möchten auch Sie sich in den neu gegründeten Verein einbringen und unser Museum unterstützen? Dann wenden Sie sich bitte an foerderkreis@verfolgte-kuenste.de #Wir_erinnern_Wir_gestalten!

“לחיים L’CHAIM - AUF EIN WORT|FESTIVAL“ Oktober 2021

Düsseldorf – Köln – Solingen – Venedig

L’chaim heißt: Auf das Leben! Auf ein Wort heißt unser Festival jüdische Autor:innen und Akteur:innen zu einem lebhaften Dialog willkommen. Wo Lesen und Leben in eins fallen, dürfen Essen und Getränke nicht fehlen – so werden wir im Oktober 2021 gemeinsam diskutieren, rezitieren und dinieren. Mit Unterstützung durch den Verein 321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.

7PLACES - Sieben Orte in Deutschland

7PLACES ist eine Online-Ausstellung, des Zentrums für verfolgte Künste mit Unterstützung des Holocaust and the United Nations Outreach Programme der UNO. Als multimediale Bildungsquelle zur Erinnerung und Aufklärung und als Netzwerk aus internationalen Partner:innen lädt auch die Online-Ausstellung zu Entdeckungen ein: Mit Hilfe eines Zeitstrahls hält sie die Erinnerung an die Shoah, ebenso lebendig wie den laufenden Diskurs über die Erinnerungskultur. Als Besucher:innen können Sie sich durch die Zeit und an Orte der Erinnerung scrollen, anschaulich nachvollziehen wie sie entstanden sind, wie sie sich verändert haben, wie sie zum Teil zerstört und wie sie wieder zum Leben erweckt wurden.

Was für ein Jahr!

Das vergangene Jahr war für uns alle eine Herausforderung, hat uns auf uns selbst zurückgeworfen und neue Perspektiven eröffnet. Im Museum hatten wir viele Veranstaltungen geplant und haben einige davon absagen müssen, allerdings auch neue, innovative Ideen unter den veränderten Bedingungen umsetzen können. Mit unserem Jahrbuch können Sie gemeinsam mit uns auf das Jahr 2020 zurückblicken, sich mit uns erinnern und vielleicht die ein oder andere Entdeckung machen. Wir wünschen Ihnen viel Freude damit!