Inspector Barnaby liest Else Lasker-Schüler

Inspector Barnaby liest Else Lasker-Schüler

Der englische Shakespeare-Schauspieler John Nettles, auch bekannt für seine TV-Rolle als Inspector Barnaby, ist am 2. Oktober 2019 zu Gast im Zentrum für verfolgte Künste Solingen. Er liest Lyrik Else Lasker-Schülers in englischer Übersetzung.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der weltweiten Erinnerung an die vor 150 Jahren in Wuppertal
geborene Dichterin statt und ist Teil des „Transitraums Else“. Dieses gemeinsame Projekt der Else-
Lasker-Schüler-Gesellschaft Wuppertal und des Zentrums für verfolgte Künste Solingen stellt Leben
und Werk der Künstlerin, ihre Verfolgung und ihr Schicksal im Exil auf besondere Weise in den Fokus:
60 renommierte Künstlerinnen und Künstler sprechen an verschiedenen Weltorten Gedichte der
bedeutendsten deutschen Lyrikerin – teils live, teils als Aufzeichnung. Beteiligt haben sich bisher
unter anderem Elfriede Jelinek, Iain Glen, Bob Balaban, Sigalit Landau, der inzwischen verstorbene
Tomi Ungerer sowie weitere Prominente wie die Fernsehstars Inger Nilsson und John Nettles.
In einer Mischung aus kurzen informativen Vorträgen, Lesung der Gedichte und Prosa von Else
Lasker-Schüler auf Deutsch und in der jeweiligen Landessprache gab und gibt es Auftritte in Städten
wie Zürich, Stockholm, London, New York und Los Angeles (Villa Aurora) – Orte, an denen zahlreiche
Künstler im Exil waren. Das Projekt wurde vom Künstlerduo „Astronautenkost“ entwickelt, das sind
Schauspielerin Claudia Gahrke und Regisseur Andreas Schäfer. Ihre Einladung, ein Gedichte zu
sprechen, nennen sie „Teil eines sinnlichen Festes für die Freiheit der Kunst“. Schirmherr ist der
Schauspieler Günter Lamprecht.

Die siebte Station wird im Zentrum der Verfolgten Künste in Solingen stattfinden. Mit Claudia
Gahrke, Andreas Schäfer, Ulrike Müller und John Nettles, der den „Transitraum Else“ auch schon
erfolgreich in London mitgestaltet hat. John Nettles ist nicht nur Theater- und Fernsehschauspieler,
sondern auch studierter Historiker und Autor. Als Ergebnis geschichtlicher Forschung veröffentlichte
er u.a. das Buch Jewels and Jackboots: Hitler’s British Channel Islands über die Rolle der britischen
Kanalinseln unter deutscher Besatzung während des zweiten Weltkriegs.

Eine Veranstaltung des Zentrums für verfolgte Künste in Zusammenarbeit mit der Else-Lasker-Schüler-
Gesellschaft und Astronautenkost, unterstützt von Microtech Gefell und Hetfeld Medientechnik.
www.salle-de-transit.com

Astronautenkost

Claudia Gahrke, Schauspielausbildung in der Masterclass bei Actors Studio-Begründer Robert Lewis, Sprechausbildung bei Günter Wirth. Stipendiatin beim Berliner Theatertreffen. Zahlreiche Theaterrollen: u.a. Merteuil in Heiner Müllers „Quartett“ in London. Performances in Brüssel, Cambridge, Berlin und auf der EXPO2000, u.a. Ophelia in der Sound-Performance „Hamletmaschine“, Haus am Waldsee, Berlin. „Kitty Hawk“ in „Ich bin eine Mikrobe“ für die Fraunhofer-Gala „Fest der Forschung“ mit Herbert Fritsch in Dresden. Lesungen: u.a. „Von den Ewigkeiten zwischen den Vielen und den Wenigen“ – Alfred Döblin und Else-Lasker-Schüler mit Günter Lamprecht und „Alles ist Jazz“, von Lili Grün, im Rahmen des ersten „Festivals der verfolgten Künste“.  Auftritte mit Else-Lasker-Schüler-Vertonungen im Jüdischen Museum in Berlin und in Breslau. Gastspiele mit „LEBEN? ODER THEATER?“ von Charlotte Salomon in Wien, Berlin und Tel Aviv. Viele Hörspielrollen für den WDR. In 2011 erschien ihre CD „Die kreisende Weltfabrik“ mit Gedichten, Prosa und Briefen von Else Lasker-Schüler. 2014 Durs Grünbein-Rezitation für die Ausstellungseröffnung SOCKS FOR LIFE im EU-Parlament in Brüssel.

Andreas Schäfer ist Regisseur und Autor. Masterclass Regie bei Robert Lewis (Actors Studio). Produktionen in Israel, London, Barcelona, Berlin, Brüssel und auf der EXPO2000. Schäfer schreibt eine Essayreihe zu Kommunikation und Kunst im 21. Jahrhundert und Fachbuchbeiträge. Interviews mit Hellmuth Karasek, Prof. Michael Schirner, Bert Neumann, Denis Scheck, Tom Stromberg, Heike-Melba Fendel, Jan Hoet u.a.m. Seit 2009 ist er Chefredakteur des Magazins showcases. 2012 erschien ein Interviewband mit dem Titel. „Durch den menschlichen Kosmos“. 2011 führte er Regie bei der CD-Produktion „Die kreisende Weltfabrik“ von Else Lasker-Schüler. 2014 kuratiert er die Ausstellung SOCKS FOR LIFE u.a. mit Werken von René Böll, Elfriede Jelinek, Robert Wilson, Ruprecht von Kaufmann und Andrea K. Schlehwein im Europaparlament in Brüssel. Hierfür  erhielt er den European Best Event Award in Silber. 

Ulrike Müller, geboren in Wuppertal, Sozialwissenschaftlerin und Journalistin. Im Anschluss an eine kaufmännische Lehre Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg und HF-Volontariat beim Deutschlandfunk/Köln. Ab 1982 freiberuflich tätig als Moderatorin sowie Reporterin und Feature-Autorin für öffentlich-rechtliche Anstalten mit Recherche- und Arbeitsaufenthalten in Lateinamerika, USA, CSSR, Polen, Armenien, Frankreich, Österreich, Niederlande,  Israel/Palästina, Libanon und Bosnien. Von 2001-2003 Leiterin des Online-Projektes EXIL-CLUB und ab 2004 verantwortliche Redakteurin des EXIL-ARCHIVS, einem Gemeinschaftsprojekt der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft/-Stiftung und des Kunstmuseums in Solingen.

John Nettles spielte 1969 den Laertes in Tom Courtenays „Hamlet“ am Universitäts-Theater für die 69 Theatre Company in Manchester. Von 1969 bis 1970 war er Teil des Repertoires am Northcott Theatre in Exeter; 1970 erhielt er seine erste Filmrolle im Film One More Time. 1981 bekam Nettles die Rolle des Jim Bergerac im, auf Jersey angesiedelten, Krimi-Drama „Bergerac“, die ihn im Vereinigten Königreich bekannt machte. Die 87-teiligen Serie lief bis 1991. Nach dem Ende von Bergerac war Nettles für fünf Spielzeiten Ensemblemitglied bei der Royal Shakespeare Company, und spielte in: „Ein Wintermärchen“, „Die lustigen Weiber von Windsor“, „Julius Cäsar“ und „Richard III“. Im Jahr 1995 wurde Nettles von Brian True-May gebeten, Tom Barnaby in einer neuen Mord-Mystery-Serie zu spielen, die er als „Midsomer Murders“ produzieren sollte. Diese wurde die zweite wichtige Rolle seiner Karriere: Wieder spielte er einen Polizisten. „Midsomer Murders“ – in Deutschland bekannt als Inspector Barnaby – wurde ein Welterfolg. 

2010 wurde Nettles der Verdienstorden „Officer of the Order of the British Empire” (OBE) verliehen. Am 21. September 2012 bekam Nettles die Ehrendoktorwürde der Plymouth University. 

 

ASTRONAUTENKOST | Es gilt das gesprochene Wort.
Andreas Schäfer, Kanalstraße 67, 42657 Solingen, Germany
Mobil +49 177 579 55 69, theartcore@gmx.net
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