“Unerwünschte Bilder”

“Unerwünschte Bilder”

Dr. Rolf Jessewitsch zeigt Werke in neugestalteten Räumen

Das Zentrum für verfolgte Künste im Kunstmuseum Solingen hat die Räume des Museumsaltbaus neu eingerichtet. Diese Räume im ersten Obergeschoss des historischen Gebäudes dienten während der Nutzung als Rathaus von 1908 bis 1929 den Oberbürgermeistern der früheren Stadt Gräfrath als Amtsräume. 

In den umgestalteten Räumen hat der scheidende Museumsdirektor Dr. Rolf Jessewitsch seine Abschiedsausstellung zusammengestellt, mit Werken und Schicksalen, die ihm am Herzen liegen und zugleich einen Arbeitsschwerpunkt des Zentrums zeigen: Bilder von Künstlern, deren Werke ab 1933 beschlagnahmt oder sogar 1937 auf der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München und ihren Folgestationen gezeigt wurden. 

Dr. Jessewitsch: „Da gibt es viele Stilbegriffe und viele Vorwürfe gegen die Künstler, aber im Grundsatz ging es zentral um die Unterdrückung jeder persönlichen Ausdrucksweise. Das traf vor allem Künstler, die der jungen, wegweisenden Kunstentwicklung angehörten.“ Möglichst naturgetreu und unkritisch sollten Bilder sein, jede persönliche Meinungsäußerung war unerwünscht, auch in Bildern. „Nun können Besucher nachvollziehen“, so der Museumsdirektor weiter, „welche künstlerischen Ansätze damals aus der Öffentlichkeit verbannt werden sollten.“ 

Die Ausstellung in Solingen wird auch Thema eines Seminars sein, das Dr. Jessewitsch nach seiner Pensionierung zum 1. Oktober im kommenden Wintersemester an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf anbietet und mit dem das Zentrum für verfolgte Künste eine Verbindung zu dieser Universität erhält. 

Die umgestalteten Räume sind ab Samstag, den 10. August geöffnet. Die meisten der gezeigten Werke konnten mit Mitteln aus dem Etat der Beauftragten für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, erworben werden.

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